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Paraneoplastische neurologische Syndrome in der gynäkologischen Onkologie
Paraneoplastische neurologische Syndrome (PNS) sind seltene neurologische Erkrankungen, die mit einem Tumor assoziiert auftreten, ohne durch diesen selbst oder dessen Metastasen direkt ausgelöst zu sein. Sie können durch eine Autoimmunreaktion gegen neuronale Zellen jede Ebene des Nervensystems betreffen. Neurologische Symptome können sogar mehrere Jahre vor Feststellung des Tumorgeschehens auftreten. Die Diagnose basiert auf dem Tumornachweis, der klinischen Symptomatik und dem Antikörpernachweis, bei gleichzeitigem Ausschluss von anderen Ursachen. Neben der symptomatischen Therapie ist die spezifische Tumortherapie die Therapie der Wahl, sie hängt primär vom Tumortyp und -stadium ab, nicht vom PNS. Die häufigsten mit PNS assoziierten gynäkologischen Tumorentitäten sind Mamma- und Ovarialkarzinome sowie Keimzelltumoren. Eine sehr wichtige Rolle in der Diagnostik spielen der Antikörpernachweis der gut charakterisierten paraneoplastischen Antikörper und die Suche nach mit diesen assoziierten Tumoren. Bei den gynäkologischen Tumoren (besonders bei Ovarialkarzinomen) ist die paraneoplastische zerebelläre Degeneration (PCD) das häufigste bekannte PNS, das meistens mit Anti-Yo-Antikörpern assoziiert ist. Die meisten Patientinnen zeigen einen progredienten Verlauf trotz spezifischer Tumortherapie. Insgesamt ist die Prognose relativ schlecht.
Mikronährstoffmangel: Bedeutung und Therapie
Im Krankheitsverlauf von onkologischen Patienten kommt es aufgrund erkrankungs- und therapieassoziierter Belastungen häufig zu Gewichtsverlust und Mangelernährung. Mangelernährte Patienten sind deutlich anfälliger für Infektionen, haben häufiger Nebenwirkungen und Komplikationen während der Tumortherapie. Die Folgen sind eine geringere Leistungsfähigkeit, eine verminderte Lebensqualität sowie eine schlechtere Prognose mit einer kürzeren Überlebenszeit. Die frühzeitige Erkennung und Therapie einer Mangelernährung und damit auch der Mikronährstoffdefizite sind wesentliche Bestandteile des Behandlungskonzeptes von Krebspatienten. Die Erfassung des Ernährungszustandes, der Nahrungsaufnahme, der körperlichen Leistungsfähigkeit und des Schweregrads der Erkrankung sollten beginnend mit dem Erstkontakt regelmäßig in ausreichend kurzen Abständen (zumindest alle 4–8 Wochen) durchgeführt werden. Eine angemessene Ernährungstherapie sowie eine an das Krankheitsstadium und an die individuellen Bedürfnisse angepasste Supplementierung von Mikronährstoffen sollten Teil der Betreuung jedes Tumorpatienten sein, um die Körperreserven, die Therapietoleranz, den Erkrankungsverlauf und die Lebensqualität günstig zu beeinflussen. Im Beitrag wird ein Überblick über die Bedeutung von Mikronährstoffen bei Krebs gegeben.
Paraneoplasien der Haut in der gynäkologischen Onkologie
Gynäkologische Tumorerkrankungen können sich durch kutane Erkrankungen als paraneoplastische Syndrome der Haut äußern. Obligate kutane Neoplasien sind im Unterschied zu fakultativen Neoplasien immer mit einer malignen Erkrankung assoziiert. Sie können zeitgleich mit dem oder zeitversetzt zum malignen Geschehen auftreten. Häufig zeigen Paraneoplasien auch eine ungewöhnliche Therapieresistenz. Somit können sie Frühsymptome einer malignen Erkrankung darstellen, die entsprechend frühzeitig behandelt wird. Pathogenetisch handelt es sich bei Paraneoplasien der Haut um Hautveränderungen, die durch Autoantikörperbildung gegen Karzinome induziert werden und durch Kreuzreaktionen mit der Basalmembranzone der Haut entstehen; es resultieren immunologische Reaktionen gegen Strukturen in der Haut, die durch Freisetzung von Hormonen oder Mediatoren sowie Antigenen aus dem Karzinom hervorgerufen werden. Meist heilen die kutanen Paraneoplasien mit erfolgreicher Tumortherapie ab und benötigen keine spezifische Therapie, wie z. B. die Acanthosis palmaris („tripe palms“) oder die Hypertrichosis lanuginosa acquisita, die lediglich diagnostische Bedeutung haben. Andere, vor allem immunologisch vermittelte Paraneoplasien, wie z. B. der paraneoplastische Pemphigus oder die paraneoplastische Dermatomyositis, sollten auch simultan zur Tumortherapie behandelt werden. Verschiedene paraneoplastische kutane Manifestationen können bei einer begleitenden onkologischen Grunderkrankung gleichzeitig auftreten (z. B. Kombination aus Acanthosis palmaris und Acanthosis nigricans maligna).
Sinnvolle komplementärmedizinische Maßnahmen in der gynäkologischen Onkologie
Die Angaben aus Studien zur Prävalenz der Inanspruchnahme von naturheilkundlichen oder komplementären Maßnahmen variieren erheblich. Für Deutschland gehen Weis et al. von einer Größenordnung von 70 % bei der Gruppe der gynäkologisch-onkologischen Mammakarzinompatientinnen aus. Der Begriff Komplementärmedizin ist noch nicht exakt definiert und sollte gegen die häufig synonym verwendeten Begriffe Alternativmedizin oder alternative Therapieverfahren abgegrenzt werden. Komplementäre Behandlungsmaßnahmen werden als erweiterte Supportivtherapie, begleitend und ergänzend zu den jeweils aktuellen konventionellen Therapiekonzepten, eingesetzt. Die Gründe für die Inanspruchnahme komplementärmedizinischer Therapien sind vielfältig, sie sind meistens in einem patienteneignen, salutogenetisch orientierten Konzept zu Gesundung, Heilung und Bewältigung der Krebserkrankung sowie zur onkologischen Therapie, zu finden. Aus Sicht der Patientinnen sind Aspekte mit hoher Priorität die Wahrung der Autonomie, die Verwirklichung einer Selbstbeteiligung und die Optimierung der Resilienz in einer kritischen, oft bedrohlichen Lebensphase, die es zu bewältigten gilt. Komplementäre Maßnahmen werden sowohl in der Akuttherapie als auch in der Nachsorge eingesetzt. Die Sicherheit und Kompatibilität der vielfältigen komplementären Maßnahmen mit der konventionellen Tumortherapie sind von größter Bedeutung.