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2 result(s) for "Heimerl Bernd Dr rer nat Dipl-Psych"
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Die psychische Bisexualität in der Übertragung
ZusammenfassungDas Sprechen über die und mit der Homosexualität in der psychoanalytischen Behandlung impliziert die übergeordnete Frage, wie mit der psychischen Bisexualität in der Übertragung umgegangen werden kann: Wie hören wir auf das homosexuelle Übertragungsangebot als eine Spur zur psychischen Bisexualität in der Übertragungskonstellation? Mithilfe des Konzepts des inneren Rahmens des Analytikers (Green) möchte ich die Besonderheiten im Umgang mit der psychischen Bisexualität im Behandlungsverlauf herausstellen. Des Weiteren versuche ich, den Differenzbegriff in der Beschreibung der psychischen Bisexualität durch den Begriff des sexuellen Abstands als neue Denkfigur zu ersetzen. Der Begriff des Abstands (Jullien) ermöglicht es, sich von den bisherigen Diskussionen um die Hierarchisierung von Geschlecht und den klassischen Dualismen zu lösen als auch ein Denken in der binären Spannung im Geschlecht neu zu formulieren, und geht damit über das binäre Denken im Sexuellen hinaus, ohne es zu verlassen. Zum Abschluss beschäftige ich mich mit dem Auftauchen des Wortes homosexuell in einer Behandlung (in der Übertragungskonstellation heterosexueller Analysand – homosexueller Analytiker) und der Frage an mich, ob ich homosexuell sei. Die Frage taucht nach einer körperlichen Veränderung meinerseits auf, und die Fallvignette nennt sich „Die Fledermäuse und der Pornoschnauzer“.
Das Coronavirus
ZusammenfassungDas Virus – aktuell das Coronavirus – lässt sich psychoanalytisch als Metapher für Fremdheit, Vertrautheit und Unheimlichkeit lesen und erinnert das Subjekt an die Begrenzungen des körperlich Kontrollierbaren. Das Coronavirus und damit die „coronavirus disease 2019“ (COVID-19) fordern die Psychoanalyse heraus, sich mit der unbewussten, verdrängten Dynamik des Virus und vor allem mit der Virusmetapher zu beschäftigen. Das Virus ist ein komplexes begriffliches Gefüge, dessen Wirkung weit über den biologischen Erreger hinausgeht. Epidemische Krankheiten sind schon immer ein Bild für gesellschaftliche Unordnung und werden auch als Erklärung für deren Erscheinen genutzt: die Ödipus-Sage und die Pest über Theben sind prominente historische Beispiele und verweisen auf eine transgenerationale familiäre (sexuelle) Unordnung. Das Virus wird als eindringendes Element in die eigene unbekannte Zelle, den Einzelkörper und den kollektiven Körper verstanden; es ist das bedrohlich Fremde schlechthin und gleichzeitig Synonym für höchste Flexibilität. Dieses spezifische Eindringen in den eigenen Körper evoziert eine archaische Angst mit den frühen Abwehrmechanismen der Spaltung zwischen Verleugnung, Introjektion und Projektion, jedoch auch Immunität. Wenn heute von einem Virus gesprochen wird, meinen wir vor allem stets das eine: einen Eindringling, der von einem Organismus, einem Körper Besitz ergreift, um dort eine symbiotische Beziehung mit dem Wirt einzugehen. Eine Analogie zur Besetzung des Ich mit Über-Ich- oder Es-Anteilen. Aktuell werden wir Zeuge, wie diese Auswirkungen des Coronavirus das Subjekt psychisch beeinflussen: Verleugnung, Spaltung, paranoische Verschwörungstheorien, freiwillige schizoide Isolation und die Mundschutzdebatte.