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"Micus, Matthias"
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Burger oder Genossen? Carlo Schmid und Hedwig Wachenheim - Sozialdemokraten trotz burgerlicher Herkunft
2010
Die burgerliche Gesellschaft und die sozialdemokratische Partei standen sich zumindest bis in die 1960er Jahre beinahe schroff gegenuber und beaugten einander misstrauisch. Auf der einen Seite wachten die durch Bildung und Besitz Privilegierten uber den Erhalt ihrer Vorrechte, wahrend auf der anderen Seite die von der Hand in den Mund lebenden Arbeiter wenigstens verbal die Revolution planten. Und dennoch uberwanden einige diese scheinbar undurchdringliche Grenze, engagierten sich trotz ihrer burgerlichen Herkunft, Normen und Wertvorstellungen innerhalb des sozialdemokratischen Milieus und reussierten hier in beachtlichen Positionen - so wie Hedwig Wachenheim und Carlo Schmid. Doch wie fanden sich diese Burgerlichen in der fur sie fremden Welt der Arbeiterschaft zurecht? Mussten sie sich mit ihrem Habitus und ihrer Lebensweise nicht an den Umgangsformen und Ritualen der proletarischen Partei stoen, und musste diese wiederum nicht zwangslaufig die burgerlichen Eindringlinge als Feinde ablehnen? Warum begaben sich Angehorige der Bourgeoisie in die Tretmuhlen jener Partei, und warum tolerierte diese die Sonderlinge? Mit Stine Harms Studie liegt nun erstmals eine Untersuchung daruber vor, wie Rollen und Selbstverstandnisse der Sozialdemokraten mit burgerlicher Herkunft, aber auch die ihnen entgegengebrachten Vorurteile und Ressentiments innerhalb der Arbeiterpartei ineinander und gegeneinander gespielt haben. Dabei stutzt sie sich exemplarisch auf die politischen Biographien Carlo Schmids und Hedwig Wachenheims.
Mit Recht gegen rechts
by
Lorenz, Robert
,
Micus, Matthias
,
Maxwill, Peter
in
Nationaldemokratische Partei Deutschlands
,
NONBOOK
,
Partei
2016
Erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte begann 2016 zum zweiten Mal ein Verbotsverfahren gegen dieselbe Partei: Der Bundesrat hatte beim Verfassungsgericht beantragt, die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) als verfassungswidrige Organisation zu verbieten. Erst 13 Jahre zuvor war der erste NPD-Prozess geplatzt, weil die Partei von V-Männern der Inlandsgeheimdienste unterwandert gewesen war. Dies galt auch schon für die in den 1950er Jahren aktive Sozialistische Reichspartei (SRP), deren Auflösung die Verfassungsrichter 1952 dennoch angeordnet hatten. Anhand dieser beiden Parteien untersucht Peter Maxwill die Entwicklung des Parteienverbots und des organisierten Rechtsextremismus in der Bundesrepublik nach 1945. Die Studie zeigt, dass es weniger Gerichte und Gesetze waren, die den Verlauf von Verbotsverfahren geprägt haben – sondern vor allem die Debatten unter Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern.
Schicksalsjahre des Konservatismus
2017
Im Zuge der Erfolge von AfD und anderen Phänomenen rechts der Mitte sowie der Debatte um eine Neue Rechte ist die Frage nach Wesen und Gehalt eines deutschen Konservatismus aktueller denn je.Was ist Konservatismus, und welche politische Bedeutung kommt ihm heute zu?.
Traume vom modernen Deutschland. Horst Ehmke, Reimut Jochimsen und die Planung des Politischen in der ersten Regierung Willy Brandts
by
Benjamin Seifert
,
Matthias Micus
,
Robert Lorenz
in
Deutschland
,
Ehmke, Horst
,
Germany (West)-Politics and government
2010
Die Vorstellung von der Planbarkeit und Machbarkeit politischer Vorgänge gehörte zu einem zentralen Charakteristikum der ersten Regierung Willy Brandts. Prominentester Vertreter dieser Geisteshaltung war dessen Kanzleramtsminister Horst Ehmke, der sich für eine radikale Modernisierung von Regierung und Verwaltung einsetzte. Zusammen mit dem Leiter des Planungsstabes, Reimut Jochimsen, propagierte er die Rationalisierung der Politik, gestützt auf den Glauben an moderne Technik und die Möglichkeiten der elektronischen Datenverarbeitung. Obwohl diese Absicht den Ende der sechziger Jahre vorherrschenden Zeitgeist exemplarisch widerspiegelte, standen die technokratisch anmutenden Planer schnell einer wachsenden Ablehnung des Beamtenapparates und einer teils spöttisch-abschätzigen Öffentlichkeit gegenüber. Benjamin Seifert beleuchtet in seinem Buch die Grenzen und Möglichkeiten planungsoptimistischen Denkens in der Zeit zwischen 1969 und 1972. Dabei stößt er auf Fragen und Probleme, die auch heute immer noch von Bedeutung sind. So sind die damaligen Absichten der sozialdemokratischen Planer in vielen Punkten deckungsgleich mit den heutigen Forderungen an eine effiziente und moderne Verwaltung. Seifert zeigt diese Parallelen auf und stellt das Scheitern - aber auch die Erfolge - der 'Modernisierer' unter Willy Brandt anschaulich dar.
Rita Süssmuth
2010
Als Bundesministerin, Abgeordnete und später Präsidentin des Bundestages prägte Rita Süssmuth rund zwei Jahrzehnte lang die deutsche Bundespolitik. Dabei war ihr Einstieg in die Politik eine Überraschung. Als die junge Dortmunder Professorin 1985 ins Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl berufen wurde, kannten sie nur die wenigsten. Süssmuth gelang es schnell, bekannt und beliebt zu werden. Die \"Frau des Jahres 1987\" galt ein Jahrzehnt lang als die populärste Politikerin der Republik. Denn als junge Seiteneinsteigerin war sie eine willkommene Abwechslung zum 'herkömmlichen' Politikertypus in Bonn. Doch mit ihrer öffentlichkeitswirksamen Agenda und ihren bisweilen provokanten Auftritten stieß sie in den eigenen Reihen beständig auf Widerstände und Neider – und fand schließlich in der Bevölkerung mehr Zustimmung als in der eigenen Partei. Johanna Klatt zeigt in ihrer Studie über die politische Karriere Rita Süssmuths, dass Seiteneinsteiger kein Allheilmittel gegen Politikverdrossenheit oder Politikerfrustrationen darstellen – zumindest nicht, solange sie ausschließlich als Gegenpol zu dem weithin ungeliebten Typus des 'herkömmlichen' Politikers geschätzt werden.
Bundeskanzleramtschefs im vereinten Deutschland
by
Schönfeld, Ralf
,
Micus, Matthias
in
Bohl, Friedrich,-1945
,
Germany.-Bundeskanzleramt
,
Maizière, Karl Ernst Thomas de,-1954
2011
Ihr Amt ist eines der anspruchsvollsten in der Berliner Republik, nicht selten gehoren sie zu den einflussreichsten Personlichkeiten in der deutschen Politik. Doch arbeiten sie im Verborgenen, in den Hinterzimmern des Berliner Politikbetriebes, sind daher der Offentlichkeit nahezu unbekannt und werden von der Wissenschaft kaum beachtet. Trotz ihrer Unscheinbarkeit ist die Arbeit der Bundeskanzleramtschefs unerlasslich. Sie sind die Staatssekretare ihrer Regierung, bereiten deren Entscheidungen vor und achten auf deren Umsetzung. Nicht selten wirken sie uber ihre formellen Aufgaben hinaus, sind zudem politische Seismographen und tragen dem Kanzler Informationen aus Partei, Fraktion und Ministerien zu. Diese Studie gewahrt einen Einblick in die Arbeit der drei bedeutendsten Kanzleramtschefs seit der deutschen Wiedervereinigung. Friedrich Bohl, Frank-Walter Steinmeier und Thomas de Maiziere wirkten in unterschiedlicher Weise, nahmen ihr Amt verschieden war, unterlagen jedoch auch anderen Restriktionen. Die Studie zeichnet ihr Wirken nach und stellt heraus, wie sie in die Regierungszentrale gelangten, welche Eigenheiten sie mitbrachten, aber vor allem, wie sie ihr Amt im Machtgeflecht von Partei und Fraktion, Kanzler und Koalition ausfullten.
Der Osten im Westen – oder: Wie viel DDR steckt in Angela Merkel, Matthias Platzeck und Wolfgang Thierse?
by
Lühmann, Michael
in
Politik
2010
Angela Merkel ist eine, Matthias Platzeck ist ebenso einer wie auch Wolfgang Thierse: Wendepolitiker. In der SPD sind viele gelandet, auch bei der CDU, bei den Bündnisgrünen hingegen gibt es sie kaum, in der Linkspartei kommen sie gar nicht vor. Auferstanden aus den Ruinen des vierzig Jahre währenden real existierenden Sozialismus auf ostdeutschem Boden, machten sie sich in den Wirren der Revolution von 1989 auf, die damalige DDR mitzugestalten, umzugestalten.Es handelt sich um typische Karrieren des Umbruchs. Man kennt sie, diese Karrieren, die scheinbar aus dem Nichts, aus den Trümmern der Umbruchs- oder, im Falle der alten Bundesrepublik, aus der Zusammenbruchsgesellschaft nach 1945 hervorgegangen sind. Und doch sind diese Karrieren singulär, waren und sind doch viele Wendepolitiker jenseits klassischer Karrierepfade binnen kürzester Zeit an die Spitzen der deutschen Volksparteien emporgestiegen. Was ist das Geheimnis des – teilweise auch nur vorübergehenden – Erfolgs dieses spezifisch ostdeutschen Politikertyps? Was hat beispielsweise die Wendepolitikerin Angela Merkel der bundesrepublikanischen politischen Avantgarde voraus, dass sie an die Spitze der CDU und schließlich der Regierung aufstieg? Auf Fragen wie diese gibt Michael Lühmann in seiner vorliegenden Studie erstmals unter einer verbindenden Klammer Antworten, indem er sich den biographischen Wurzeln der Protagonisten annähert, an das Leben in der DDR und den daraus resultierenden politischen Folgen.
\Im Zweifel für die Freiheit\
by
Lorenz, Robert
,
Micus, Matthias
,
Schulz, Frauke Nicola
in
Deutschland
,
Liberalism-Germany (West)-History
,
Maihofer, Werner
2011
Werner Maihofer wird bis heute als herausragender Intellektueller in der Geschichte des deutschen Liberalismus gewürdigt. Der Strafrechtsprofessor steht für eine Garde politischer Seiteneinsteiger, die in den 1960er und 1970er Jahren die Parteienlandschaft und insbesondere die FDP verändern. Mit den Freiburger Thesen verleiht er dem Sozialliberalismus seine theoretische Grundlage, er gilt als enger Vertrauter von Walter Scheel und Willy Brandt. Dennoch währt sein \"kometenhafter Aufstieg\" nicht lang: Als Innenminister gerät Maihofer ins Straucheln, 1978 wird er schließlich von der eigenen Partei fallen gelassen. Es stellt sich heraus, dass nicht nur Maihofer selbst, sondern auch seine Überzeugungen nie wahrhaft in der FDP verankert gewesen sind. Denn mit Maihofers Rückzug aus dem Kabinett verschwindet zugleich die Idee des Sozialliberalismus von den freidemokratischen Fahnen. Frauke Schulz beschreibt die Karriere Werner Maihofers als moderndes politisches Drama. Sie stellt Aufstieg und Fall des Seiteneinsteigers in das Spannungsfeld von persönlichen Herausforderungen, strategischem Parteienkalkül und einem unsteten Zeitgeist.
Demokratie- und Politikvorstellungen von Kindern mit Migrationshintergrund: Eine explorative Studie mit Fokusgruppen
Unterschiedliche Studien haben sich bereits mit dem politischen und demokratischen Wissen von Kindern im Grundschulalter befasst - weithin unerforscht ist jedoch die Gruppe von Kindern mit Migrationshintergrund. Vor diesem Hintergrund analysiert Yvonne Blocker in einer qualitativen und explorativen Herangehensweise die (impliziten) Demokratie- und Politikvorstellungen von neun- und zehnjahrigen Schulerinnen und Schulern mit Migrationshintergrund. Anhand dreier Fokusgruppen geht sie der Frage nach, welche Vorstellungen und Wahrnehmungen die Untersuchungsgruppe zu ausgewahlten Demokratie- und Politikmerkmalen hat. Hierfur arbeitet sie die Assoziationen zu den Begriffen Demokratie und Politik heraus und betrachtet die Aspekte Ordnung des menschlichen Zusammenlebens, Meinungs- und Religionsfreiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, Partizipation, Gemeinsinn, Interessenkonflikte und Macht. Die Studie zeigt Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Auffalligkeiten innerhalb der einzelnen Fokusgruppen sowie zwischen den drei Gruppen auf.