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40 Jahre Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) – gefragt, gereift, gestärkt
Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begeht im Jahr 2025 ihren 40. Geburtstag. Sie wurde 1985 gegründet, um Geriatrie in Wissenschaft und Politik zu positionieren, Wissen zu vermitteln, einen Facharztstatus Geriatrie zu erreichen sowie eine eigenständige Altersmedizin in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation zu etablieren. Wie konnte sie diese Ziele erreichen? Es werden 3 Methoden eingesetzt: (1) eine halbstrukturierte und offene Befragung (n = 28), (2) ein sehr umfassendes Quellenstudium mit Identifizierung von 4 Meilensteinen auf Basis der historischen Ethnographie sowie (3) eine Inhaltsanalyse aller Protokolle (n = 36) der Mitgliederversammlungen über 40 Jahre. Die DGG erreicht fast alle Ziele – und darüber hinaus. In den Themen Ernährung, Alterstraumatologie und Assessment erarbeitet sie eigenständig Evidenz. Durch hervorragende internationale Vernetzung kann man wissenschaftliche Exzellenz bei ihr finden. Allerdings ist das Ziel eines Facharztes Geriatrie noch nicht erreicht. Nur ein Fachgebiet wie die Geriatrie mit der DGG kann den komplexen Erfordernissen älterer Menschen gerecht werden.
Vaskulitische Beteiligung der Skelettmuskulatur und des peripheren Nervensystems: Klinische und neuropathologische Perspektive
Das periphere Nervensystem ist ein häufiges Zielorgan von systemischen Vaskulitiden. Daneben kann auch die Skelettmuskulatur betroffen sein. Myalgien, Paresen und Sensibilitätsstörungen sind in diesem Zusammenhang typische Krankheitszeichen, die zu schwerwiegenden Funktionseinschränkungen und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können. Eine vaskulitische Affektion der Skelettmuskulatur (vaskulitische Myopathie, VM) und peripherer Nerven (vaskulitische Neuropathie, VN) tritt vorwiegend bei der Polyarteriitis nodosa und Kleingefäßvaskulitiden auf. Die VM präsentiert sich mit erhöhten Entzündungsparametern und ist typischerweise durch immobilisierende Myalgien mit normwertiger Kreatinkinaseaktivität und diffuse oder fleckige Hyperintensitäten in der T2-Wichtung in der MRT-Bildgebung gekennzeichnet („MRT-Myositis ohne Myositis“). Bei der VN entwickeln sich vorwiegend im Bereich der unteren Extremität sensomotorische Defizite im Versorgungsgebiet mehrerer peripherer Nerven (z. B. Mononeuritis multiplex) mit akuter bis subakuter Anamnese. Die histopathologische Untersuchung von Nerven- und Muskelbiopsien ist der Goldstandard für die Diagnose vaskulitischer Manifestationen und hat einen bedeutsamen Einfluss auf das therapeutische Vorgehen.
Erleben von Zukunftsunsicherheit, Armutsrisiken und prekären Lebenslagen im Pflegeheim
Die Situation von Menschen im Pflegeheim, die besonders dem Risiko der „pflegebedingten Verarmung“ ausgesetzt sind, ist in der Forschung wenig präsent. Der Beitrag befasst sich mit dem Erleben von Unsicherheiten, Armut und prekären Lebenslagen älterer Menschen im Heim. Grundlage liefern Daten einer ethnographischen Studie zum Älterwerden und zum Leben mit chronischen Erkrankungen. Anhand von Fällen wird ein Spektrum prekärer Lebenslagen skizziert. Deutlich wird u. a.: Menschen mit diversen soziobiografischen Hintergründen können im Zuge von Hilfebedürftigkeit und Heimübergängen von Unsicherheiten, Armut und prekären Lebenslagen betroffen sein. Nicht zu wissen, ob das verfügbare Geld genügt, um Kostensteigerungen bis zum Lebensende zu decken, kennzeichnet eine häufig erlebte Zukunftsunsicherheit; drohende Armut bzw. die Abhängigkeit von Sozialhilfe können pflege- und institutionell bedingte Verlusterfahrungen von Autonomie, Teilhabe und Lebensgestaltung verschärfen und den Gesamtzustand weiter destabilisieren. Das Erleiden bleibt weitgehend unsichtbar; strukturelle Probleme werden individualisiert.
Hughes-Stovin-Syndrom: eine lebensbedrohliche Manifestation des Behçet-Syndroms
Das Hughes-Stovin-Syndrom (HSS) ist eine entzündliche Systemerkrankung unklarer Genese, die inzwischen dem Spektrum des Behçet-Syndroms (BS) zugeordnet wird. Wegweisende Befunde sind rezidivierende Thrombosen des venösen Systems und oberflächliche Thrombophlebitiden in Kombination mit beidseitigen Pulmonalarterienaneurysmen (PAA). Die Pulmonalisangiographie mittels Computertomographie ist von entscheidender diagnostischer Bedeutung, um die (entzündliche) Beteiligung der Pulmonalarterien darzustellen. Die Therapie des HSS orientiert sich an den Empfehlungen der European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) für das BS und sieht primär eine Immunsuppression mit Cyclophosphamid und Glukokortikoiden vor. Neben einer medikamentösen Therapie sollte eine interventionelle Versorgung der PAA evaluiert werden. Eine spontane PAA-Ruptur muss auch bei Remission der Erkrankung und/oder deutlicher Regredienz des PAA-Durchmessers aufgrund einer fragilen Gefäßarchitektur bedacht werden.
Wunden durch Vaskulitiden – aktuelle Klassifikation, Diagnostik und Therapie
Wunden an der Haut können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Insbesondere bei klinisch atypischen oder nicht-heilenden Wunden ist die sehr heterogene Gruppe der Vaskulitiden von besonders wichtiger differenzialdiagnostischer Bedeutung. Die Klassifikation der Vaskulitiden erfolgt heute entsprechend den betroffenen Gefäßen nach der Chapel-Hill-Konsensus-Konferenz. Von einer Vaskulitis kann potenziell jeder Teil des Gefäßsystems betroffen sein. Dadurch wird deutlich, dass oft die Gefahr von systemischen Erkrankungen mit hoher interdisziplinärer Relevanz besteht. Klinisch entwickeln sich die in der Regel sehr schmerzhaften Wunden bei kutaner Vaskulitis aus Nekrosen und sind typischerweise in der floriden Phase von einem erythematös-lividen Randsaum umgeben. In der meist umfangreichen Diagnostik hat zusätzlich zu der klinischen Inspektion die histopathologische Untersuchung von Biopsien einen besonders großen Stellenwert. Therapeutisch sollte immer eine adäquate Wundtherapie mit dem Fokus auf Schmerzvermeidung und Infektionsprophylaxe durchgeführt werden. Bei begleitenden Ödemen unterstützt die Kompressionstherapie zudem die Wundheilung. Darüber hinaus ist es oft notwendig, systemische Therapien mit immunsuppressiven oder immunmodulierenden Medikamenten einzuleiten. Wann immer möglich, sollten die ursächlich relevanten Faktoren und Komorbiditäten frühzeitig diagnostiziert und vermieden bzw. behandelt werden. Andernfalls besteht die Gefahr von schweren oder sogar tödlichen Krankheitsverläufen.