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Prävention des ischämischen Schlaganfalls im Alter
2024
Der Schlaganfall ist eine der Hauptursachen für bleibende Behinderung und Tod; das Risiko steigt mit dem Alter. Der Primär- und Sekundärprävention kommt eine hohe Priorität zu. Die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Hyperlipidämie ist neben der Optimierung von Lebensstil und Ernährung ebenso bedeutend wie die Antikoagulation bei Vorhofflimmern. In der Rezidivprophylaxe spielen Thrombozytenfunktionshemmer eine Rolle, Karotisoperation oder Stenting kommen bei ausgewählten Individuen zum Einsatz. Für alte Menschen gibt es nur geringe Studienevidenz; eine individualisierte Therapieplanung berücksichtigt funktionellen Status und Komorbiditäten.
Journal Article
Immunglobulin-A-Vaskulitis (IgAV)
2023
Die Immunglobulin-A-Vaskulitis (IgAV) ist eine immunkomplexvermittelte Vaskulitis, die sich durch Ig(Immunglobulin)A1-dominante Immunablagerungen in den kleinen Gefäßen auszeichnet. Sie ist die häufigste systemische Vaskulitis im Kindesalter mit meist unkompliziertem, selbstlimitierendem Verlauf. Erwachsene erkranken seltener, der Verlauf ist jedoch häufig komplizierter und häufiger mit einer Nierenbeteiligung verbunden. Die IgAV manifestiert sich klassischerweise an der Haut mit einer palpablen Purpura, den Gelenken, den Nieren und dem Gastrointestinaltrakt. Bei inkompletter oder untypischer Symptomatik ist eine Differenzialdiagnostik erforderlich. Diverse Trigger werden diskutiert, hierunter insbesondere Infektionen und Medikamente. Das Management orientiert sich an der Organmanifestation und der Schwere der Erkrankung. Insbesondere bei Kindern ist meist eine primär symptomorientierte und supportive Therapie ausreichend. Das Management der renalen und gastrotintestinalen Manifestation orientiert sich an Empfehlungen zu ANCA(antineutrophile zytoplasmatische Antikörper)-assoziierten Vaskulitiden und zur IgA-Nephropathie. Die Therapieoptionen umfassen Glukokortikoide und Immunsuppressiva mit unterschiedlicher und meist ungenügender Evidenz.
Journal Article
Ruptur des vorderen Kreuzbands
2025
Die Ruptur des vorderen Kreuzbands (VKB) ist eine häufige Sportverletzung. Nach ihrer Therapie kehren, trotz kontinuierlicher Verbesserung, nicht alle Patienten zu ihren präoperativen Aktivitäten zurück. Individualisierte Behandlungsansätze, basierend auf Transplantatwahl, Rekonstruktionstechnik und biomechanischen Faktoren wie tibialem Slope und Rotationsinstabilitäten, sind entscheidend. Autogene Transplantate weisen unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich Entnahmemorbidität, Einheilungsverhalten und Rerupturrisiko auf. Der individuelle Anspruch der Patienten sollte berücksichtigt werden. Operationstechnisch ist die korrekte Tunnelplatzierung anhand anatomischer Landmarken essenziell. Außerdem müssen Begleitinstabilitäten und Meniskusverletzungen adressiert werden. Im Fall einer Reruptur ist die exakte Ursachenanalyse notwendig. Der Behandlungserfolg ist wesentlich durch die präzise Diagnostik und Therapie sowohl des VKB-Risses als auch der verletzten Begleitstrukturen bestimmt.
Journal Article
Kongestive Nephropathie – Ursachen, Diagnostik und Therapie
2025
Die kongestive Nephropathie (CN) ist eine Entität des kardiorenalen Syndroms, die wesentlich auf dem Boden einer venösen Kongestion und neurohormonellen Aktivierung entsteht. Eine Herzinsuffizienz, pulmonalarterielle Hypertonie, isolierte Trikuspidalklappeninsuffizienz und angeborene Herzfehler sind die häufigsten Ursachen. Es gibt bis dato keine allgemein akzeptierten diagnostischen Kriterien, jedoch scheint das Erfassen des intrarenalen venösen Blutflusses mittels Dopplersonographie die geeignetste Methode zu sein. Mit dieser Technik kann ein kontinuierlicher venöser Fluss (keine Kongestion) von den diskontinuierlichen Flussmustern pulsatil (leichte Kongestion), biphasisch (moderate Kongestion) und monophasisch (schwere Kongestion) differenziert werden. Der Venous Impedance Index und der Renal Venous Stasis Index sind zusätzliche dopplersonographische Kriterien zum Erfassen einer CN. Therapien mit Schleifendiuretika und/oder Natrium-Glukose-Kotransporter-2(SGLT-2)-Inhibitoren können eine venöse Kongestion nachweislich verbessern.
Journal Article
Majoramputationen der unteren Extremität
2025
In Deutschland gibt es jährlich etwa 18.500 Majoramputationen an der unteren Extremität, meist transtibial oder transfemoral. Für eine erfolgreiche Rehabilitation sind Kenntnisse über die angestrebte optimale Stumpfbeschaffenheit und spezielle Amputationstechniken wichtig. Biomechanische Überlegungen bezüglich des Amputationsstumpfes spielen bei der auszuwählenden Operationstechnik ebenso eine entscheidende Rolle wie die Amputationsursache. Techniken wie die Myodese, Myoplastie oder die Gottschalk-Plastik helfen dabei, die Muskelspannung zu erhalten und die Prothesenkontrolle zu optimieren.
Journal Article
Kapillarmikroskopie – Grundlagen und klinische Anwendung
2022
Die Kapillarmikroskopie ist ein schnell und unkompliziert anwendbares differenzialdiagnostisches Tool, mit dem v. a. zwischen einem primären und sekundären Raynaud-Phänomen unterschieden werden kann. Bei verschiedenen Kollagenosen, vorrangig der systemischen Sklerose, ist sie sowohl zur Diagnostik als auch zur Aktivitäts- und Verlaufsbeurteilung unerlässlich. In der Kapillarmikroskopie feststellbare mikroangiopathische Muster lassen sich darüber hinaus auch bei weiteren Erkrankungen feststellen. In dieser Arbeit werden die Grundlagen der Untersuchung, deren Anwendung und klinische Relevanz dargestellt.
Journal Article
Modifizierte Masquelet-Plastik
2024
Die Rekonstruktion langstreckiger Knochendefekte infolge von primär traumatischen oder sekundär infektions- oder tumorbedingten Substanzverlusten stellt nach wie vor eine chirurgische Herausforderung dar. Die Kallusdistraktion über Segmenttransport, der vaskularisierte Knochentransfer und die induzierte Membrantechnik (IMT) stellen etablierte Verfahren der Rekonstruktion dar. In den letzten Jahrzehnten erfreut sich die IMT aufgrund ihrer Praktikabilität, Reproduzierbarkeit und Zuverlässigkeit zunehmender Popularität. Gleichsam erfuhr die Originaltechnik eine Vielzahl von Modifikationen. Die Ergebnisse stellen sich als entsprechend heterogen dar. Diese Übersicht soll die wesentlichen Grundprinzipien der IMT darlegen und einen Überblick über die verschiedenen Modifikationen und ihre Komplikationen geben.
Journal Article
Therapie von Lungenfibrosen bei rheumatischen Systemerkrankungen (neue Therapien)
2021
Eine interstitielle Lungenerkrankung stellt eine relevante Organmanifestation bei vielen rheumatischen Systemerkrankungen dar (CTD-ILD [„connective tissue disease-interstitial lung disease“]). In 10 % der Fälle geht eine Lungenfibrose einer zugrunde liegenden Systemerkrankung sogar voraus. Häufig sind CTD-ILDs mit einer schlechten Prognose assoziiert. Daher ist es wichtig, Patienten mit rheumatischen Systemerkrankungen früh und regelmäßig auf das Vorliegen einer ILD („interstitial lung disease“) hin zu untersuchen. Therapieentscheidungen, besonders bezogen auf die Einleitung einer spezifischen Therapie, sollten gemeinsam von Pneumologe und Rheumatologe getroffen werden. Die Therapien beruhen nur in wenigen Fällen auf randomisierten Studien, meist gehen diese auf Fallkontrollstudien zurück. Bei systemischer Sklerose-assoziierter ILD (SSc-ILD) ist neben einer immunsuppressiven Therapie nun auch eine antifibrotische Therapie mit Nintedanib zugelassen. Bei anderen CTD-ILDs ist eine antifibrotische Therapie je nach Grunderkrankung entsprechend einer progredient fibrosierenden ILD interdisziplinär zu diskutieren.
Journal Article
Arteriell ischämischer Schlaganfall im Kindes- und Jugendalter
2022
Der arteriell ischämische Schlaganfall im Kindes- und Jugendalter gehört zu den zeitkritischsten pädiatrischen Notfällen, wird aber häufig erst mit prognostisch relevanter Zeitverzögerung diagnostiziert. Gründe sind geringe „Awareness“, die zuweilen unspezifische klinische Präsentation mit einer Breite an kritischen Differenzialdiagnosen und in der Fläche noch wenig verzahnte Akutversorgungsstrukturen. Die beim Erwachsenen etablierten Revaskularisationsstrategien zeigen auch beim Kind mögliche, z. T. spektakuläre Erfolge. Diese sind daher nach Möglichkeit auch betroffenen Kindern zur Verfügung zu stellen, auch wenn hier derzeit keine annähernd vergleichbare Evidenz vorliegt. Postakut ist die ätiologische Aufarbeitung aufgrund zu bedenkender Risikofaktoren komplex, muss aber das individuelle Risikoprofil mit Sekundärprophylaxe, Rezidivrisiko und Outcome präzise identifizieren. Die Langzeitbetreuung im multiprofessionellen, interdisziplinären Team muss die bio-psycho-sozialen Aspekte des Kindes in seiner jeweiligen Entwicklungsphase berücksichtigen.
Journal Article