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Die Bedeutung der Magnetresonanztomographie als bildgebendes Verfahren bei Beckenfrakturen
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Die Bedeutung der Magnetresonanztomographie als bildgebendes Verfahren bei Beckenfrakturen
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Dissertation

Die Bedeutung der Magnetresonanztomographie als bildgebendes Verfahren bei Beckenfrakturen

2023
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Overview
Unklar ist, ob sich die Rolle der Diagnostik mittels Magnetresonanztomographie (MRT) von Beckenfrakturen mit der Epidemiologie verändert hat. Ziel dieser retrospektiven Studie war es herauszuarbeiten, wie häufig und bei welchen Beckenfrakturpatienten die MRT eingesetzt worden war und ob daraus ein Informationszugewinn sowie eine Änderung des Therapieregimes resultierten.Insgesamt untersuchten wir retrospektiv 140 Patienten mit einer Becken- und/oder Acetabulumfraktur des Bundeswehrkrankenhauses Ulm in den Jahren 2013 - 2015. Das Teilkollektiv „mit MRT“ (31 Patienten) wies tendenziell mehr weibliche Patienten auf (71 % „mit MRT“, 49 % „ohne MRT“) und war tendenziell älter (Median 81 Jahre „mit MRT“ und 62 Jahre „ohne MRT“) als das Teilkollektiv „ohne MRT“ mit 109 Patienten. Tendenziell gab es im Teilkollektiv „mit MRT“ mehr inadäquate und im Teilkollektiv „ohne MRT“ mehr adäquate Traumata. In beiden Teilkollektiven trat die isolierte Beckenringfraktur am häufigsten auf und beide Teilkollektive wurden häufiger operativ als konservativ versorgt. In der Diagnostik der Acetabulumfrakturen spielte die MRT keine Rolle. Die mediane Aufenthaltsdauer der beiden Teilkollektive unterschied sich tendenziell nicht (14 Tage „mit MRT“ versus 16 Tage „ohne MRT“), Patienten „mit MRT“ wurden aber tendenziell später (im Median 8 Tage nach Aufnahme) operiert als Patienten „ohne MRT“ (2 Tage).Häufigste Indikation zur MRT war die Abklärung von Frakturen des posterioren Beckenringes nach inadäquatem Trauma bei persistierender Symptomatik und/oder inkonklusiver Röntgen- / Computertomographie(CT)-Diagnostik. Im Median folgte die MRT drei Tage nach der CT. Bei 78 % der MRT-Patienten führte sie zu einem Informationszugewinn (Änderung des Frakturausmaßes / -typs und/oder zusätzlich erkannte Begleitverletzungen / Nebenbefunde), insbesondere bei Frakturen nach inadäquatem Trauma. Die MRT hatte allerdings in unserem kleinen Studienkollektiv retrospektiv tendenziell keinen Einfluss auf die Therapie (konservativ versus operativ).Wir empfehlen die MRT-Bildgebung bei älteren, weiblichen Patientinnen nach inadäquatem Trauma durchzuführen, um das wahre Frakturausmaß zu identifizieren. Somit könnten eine zeitverzögerte Diagnostik und damit eine spätere Therapie (konservativ / operativ) sowie längere Liegedauer (= höhere Mortalität) vermieden werden.Tatsächlich fehlen derzeit ausreichende Daten, um eine klare eindeutige Empfehlung für die Indikation zur MRT bei genanntem Patientenklientel aussprechen zu können. Des Weiteren sollte der tatsächliche Mehrgewinn aus der MRT gegenüber der CT in größeren prospektiven Studien belegt werden.
Publisher
ProQuest Dissertations & Theses
ISBN
9798288847806